Schiller: ganz lebendig
Beeke-Schüler befassen sich mit "Kabale und Liebe“
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Kabale und Liebe: In der Beeke-Schule gelang es, die 225 Jahre, die seit der Uraufführung von Schillers Tragödie vergangen sind, zu überbrücken
20.02.2010 12:00:00
Scheeßel
  (r). Klassische Stücke sind für heutige Schüler schwere Kost. Sprache und Inhalt wirken oft nicht nur wie aus einer längst vergangenen Zeit, sondern wie von einem anderen Stern. Unbestritten ist aber: Diese Werke sind unser kulturelles Erbe. Schüler der neunten und zehnten Realschulklassen der Beeke-Schule näherten sich dem Problem jetzt auf sehr ungewöhnliche Weise.

Zu Gast waren zwei junge Schauspieler des Weimarer Kultur-Express. Ihr Anliegen ist es, mit ihrer Inszenierung von Schillers "Kabale und Liebe“ zu helfen, die 225 Jahre, die seit der Uraufführung vergangen sind, zu überwinden.

Dazu wurde eine Rahmenhandlung auf die Bühne gebracht, die dem Alltag heutiger Schüler entspricht. Schnell war Spannung aufgebaut und Identifikation möglich: Christian, der coolste Junge der Schule, wettet (mit einem Schüler aus dem Publikum), dass er Mia, die Streberin, küssen kann. Um die Wette zu gewinnen, meldet er sich freiwillig, mit ihr für den Deutschunterricht eine Szene aus "Kabale und Liebe“ vorzutragen. Gemeinsam begeben sie sich beim Einstudieren auf die Suche nach dem Sinn, der Aussage des Stückes – und kommen sich dabei näher...

Im Stück geht es immer (auch) um eine vergnügliche Auseinandersetzung mit der Sprache Schillers sowie dem Inhalt und dem historischen Bezug des Trauerspiels. Dies führt fast unmerklich zu erstaunlichen Erkenntnissen.

So vergingen die 60 Minuten wie im Fluge. Der Applaus zeugte davon, dass das Vorhaben gelungen war – Schiller wurde für kurze Zeit lebendig und die Beeke-Schüler erhielten Zugang zu einem seiner schönsten Werke. © Rotenburger Rundschau GmbH & Co. KG



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